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EU

Der Gesundheitssektor ist ein beträchtlicher Wirtschaftsfaktor in Zentraleuropa, welcher über ein großes Wachstumspotential verfügt. Gerade in den Grenzgebieten benachbarter Staaten ist erkennbar, dass Hindernisse und Barrieren, die durch die nationale Verantwortung im Gesundheitssystem entstanden sind, auch heute noch in der Europäischen Union existieren. Es besteht ein großer Rückstand der grenzüberschreitenden Gesundheitsinformationen sowie grenz-überschreitender Finanzierungsmöglichkeiten von Gesundheit. Diese sind, neben vielen anderen, Schlüsselfaktoren für Grenzregionen, um im zunehmenden Wettbewerb bestehen zu können. Diese Entwicklung wird in Zukunft vor allem auch für Niederösterreich und seine östlichen Nachbarstaaten von Bedeutung sein, da es jenes Bundesland ist, das die längste Grenzlinie zu diesen Staaten aufweist.

Gesundheitsversorgung macht derzeit noch vor den Grenzen halt. Das hat einerseits Auswirkungen auf die optimale Versorgung der Bevölkerung in der Grenzregion und andererseits wären zum Teil Versorgungs-einrichtungen grenzüberschreitend schneller zu erreichen. Weiters gilt es, im Sinne des immer größer werdenden Kostendrucks im Bereich Gesundheitsdienstleistungen, diese grenzüberschreitend abzustimmen und Synergien zu nutzen. Grenzüberschreitende Zusammenarbeit dient zum Wohle der Bevölkerung und zur Stärkung der Wirtschaft.

Die internationale Politik, die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes, Kostendruck und Kostenbewusstsein auf Seiten von Finanziers und PatientInnen tragen dazu bei, dass grenzüberschreitende Kooperation auch im Gesundheitssektor an Bedeutung gewinnt. Hauptaugenmerk wird dabei das Reagieren auf die Bedürfnisse der lokalen Bevölkerung sein und der rasche Zugang zu hochqualitativer, wohnortnaher Versorgung - was vor allem in Notfällen oder bei chronischen Krankheiten von besonderer Bedeutung sein kann. Erfahrungswerte aus Projektinitiativen in Europa zeigen, dass es im Verlauf solcher grenzüberschreitender Projekte durch unterschiedliche nationalstaatliche Bestimmungen durchaus auch problematische Aspekte gibt. Daher bedarf es für das Gelingen der Zusammenarbeit über die Grenzen hinweg einer fundierten Planungsgrundlage und eines kompetenten Projektmanagements. Dafür trägt die Abteilung EU seitens des NÖGUS die Verantwortung.