Ab Herbst: Lehrgang in Krems für Ethik im Gesundheitswesen

Eichtinger: Gesundheitsberufe sind tagtäglich mit ethischen Fragen konfrontiert. Der NÖGUS fördert die Vorarbeiten zum Lehrgang mit 110.000 Euro.

Wie sollen die Besucherregelungen im Krankenhaus aussehen? Eine Heimbewohnerin braucht eine ärztliche Behandlung, würde aber am liebsten in der Pflegeeinrichtung bleiben und nicht ins Krankenhaus, wie soll man entscheiden?

Bei Fragen wie diesen können ausgebildete Ethikberaterinnen und -berater Führungskräfte und Fachkräfte im Gesundheitswesen unterstützen. Sie koordinieren interprofessionelle Ethikarbeit in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen.

Im Herbst startet an der Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitsberufe in Kremsder zwei Semester umfassende Zertifikatslehrgang „Angewandte Ethik und Ethikberatung für Gesundheitsberufe“.

Ausarbeitung des Lehrplans und Umsetzungsplanung wird gefördert

„Wir wollen Gesundheitsberufe in ihrer Arbeit unterstützen. Gerade Fragen der Ethik stellen dabei eine besondere Herausforderung dar“, betont NÖGUS-Vorsitzender Landesrat Martin Eichtinger.

Seit Frühling vergangenen Jahres arbeitet daher ein Projektteam an den Vorarbeiten zum Lehrgang an der Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften. „Dabei wird ein Konzept des Curriculums und die Umsetzungsplanung ausgearbeitet. Der NÖGUS fördert diese Vorarbeiten mit 110.000 Euro“, so Eichtinger.

Der Lehrgang richtet sich an Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte, Pädagoginnen und Pädagogen, gehobene medizinisch-technische Berufe sowie Angehörige aus dem psychologischen, theologischen und sozialen Bereich und hat das Ziel Ethikarbeit und Ethikberatung in verschiedenen Bereichen des Gesundheitswesens zu etablieren. Der Lehrgang will Gesundheitsberufe weiterbilden, damit diese in Zukunft in ihrer Arbeit dabei helfen können, gemeinsam im Team überdachte, ethischen Entscheidung zu treffen. Absolventinnen und Absolventen werden künftig aber auch interne Fortbildungen zu aktuellen, ethischen Fragen und Themen durchführen können.

Warum es gerade jetzt Ethikarbeit braucht? Durch Wissenschaft und Forschung bieten sich im Gesundheitswesen zunehmend mehr Möglichkeiten an Behandlungsmethoden, Diagnosetechniken usw. Mehr Möglichkeiten machen es aber für Gesundheitsberufe nicht automatisch leichter, Entscheidungen zu treffen. Manchmal ist das Gegenteil der Fall.

Wie weit darf Medizin gehen? Welche moralischen Werte haben in der Pflege Vorrang? An welchen Rahmenbedingungen kann man sich orientieren?

Dazu wurde nun der neue Zertifikatslehrgang „Angewandte Ethik und Ethikberatung für Gesundheitsberufe“ unter Mitwirkung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des NÖ Gesundheits- und Sozialwesens bedarfsgerecht ausgearbeitet.

Information und Anmeldung zum Lehrgang:

E-Mail: ethikkompetenz.please.do.not.spam.this.email.address.thankyou(at).foo.bar.com.kl.ac.at, Telefon: +43 664 / 839 1466

Presse-Rückfragen: 

Christine Haiderer, Telefon: +43 (0) 676 / 812 165 36, Mail: christine.haiderer.please.do.not.spam.this.email.address.thankyou(at).foo.bar.com.noel.gv.at

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Folder zum Lehrgang